perahtun naht
Das Rauhnächte-Treffen der Magisch-Poetischen Handlungsgesellschaft
27. Dezember bis 1. Januar
27. Dezember bis 1. Januar
Die Winterstürme heulen, Freyas Heer jagt über die Felder, Zeit sich zu verkriechen, zu kuscheln und sich zu besinnen, was man will im neuen Jahr
Eine Art Abenteuerbericht
„Die Freiheit beginnt, wo wir der Freude am Vortrefflichen, am Außerordentlichen Raum geben können, jenseits dem Abmühen mit schlichten Lebens- und Überlebensnotwendigkeiten.“
Stark geschwängert von französischer Esskultur begann in gemütlicher Runde das erste homepageöffentliche Treffen des dritten Ortes in der heimeligen Studenten-WG in Tübingen/Bebenhausen.
Ungewöhnlich streng und geradezu erschreckend vorbildlich für die magisch-poetische Handlungsgesellschaft wurde der Zeitplan und das „heilige“ Programm der Veranstaltung eingehalten. Im Nachhinein liegt die Vermutung nah, dass das Programm einfach perfekt inszeniert und an die Gruppe angepasst war. Na gut! Der eine oder andere Programmpunkt wurde verschoben, getauscht oder „verlegt“. Aber alle waren mehr als zufrieden und konnten den Jahrsabschluss trotz zwei-Seiten-Programm entspannt begehen.
Ob Saunathermenbad, Morgenrunde, Filmvorführung, Spaziergang, Silvesterwunschfeuerwerk, Baumzeremonie Heldenehrung oder generell geistiger Arbeit; alles fand seinen richtigen Zeitpunkt. Sicher lag es auch an der relativ kleinen Gruppe, dennoch können sich die Vereinsmitglieder!!! für dieses runde Stelldichein auf die Schulter klopfen.
Ein allenthalben vortreffliches Beisammensein in trauter Familienatmosphäre, so wie man sich das eigentlich wünscht. Ein geistig, gedanklicher, intellektueller wie emotionaler, verbaler und körperlicher Austausch um die eigenen Wünsche, Pläne und Neigungen für einen selbst in und um die Freunde des Dritten Orts. Selbst kleine Natur-katastrophen, die uns daran erinnern wollten, dass auch noch eine materielle Welt existiert, konnten den romantisch-kitschigen Harmonieknäuel nur schwer und kurzweilig aufrütteln.
So war wieder aufgetaucht und aus nun ein wenig zeitlicher Distanz betrachtet der „Verlust des Augenlichts“ in doppelter Hinsicht ein sehr magisches Erlebnis der besonderen Art. Ein Wink aus der Wirklichkeit. Denn weder die verunfallte nahezu nagelneue Brille, als auch das mysteriöse Verschwinden der heiligen Digitalfotokamera, die alles wesentliche optisch dokumentieren s/wollte, beeinflusste die Stimmung nachhaltig, sondern führte allerhöchstens zu einer etwas unruhigen Nachtruhe vereinzelter. Bleibt im Hinterdrein vielleicht lediglich deutungsvoll zu reflektieren, warum und von wem oder was unsere optische Wahrnehmung derart beeinträchtigt werden sollte!?.
Oder die banale Schlussfolgerung: „Shit happens.“
Jedenfalls kann man sagen, dass uns auch die kleinen Krisen eher zusammengeschweißt, denn voneinander entfernt haben. Das zeugt von einer starken Bindung und Geschlossenheit in der Sippschaft, die sich unter anderem im gemeinsamen Thermalbaden vortrefflich widerspiegelte. (Und man konnte den Eindruck bekommen, man habe andere im Äther drumherum ebenfalls infiziert.) Auch angesichts den anderen öffentlichen Auftritten des seltsam „wabernden Dritten-Ort-Wesens“, das nahezu gespenstisch als eine unzertrennliche Herde durch die Realität schwappte, liegt die Frage nahe, wie man es solange miteinander ausgehalten hatte. Vielleicht genügten die diskret nächtlichen Trennungen zur Schlafenszeit? Wobei die Wände ja sehr dünn waren, von einer wirklichen Trennung also nicht die Rede sein kann. Zumal das Wesen ja am nächsten Morgen dann auch noch seine Träume teilte und die Nacht am Bodensee, trotz riesiger Unterkunft an und für sich, auf einem Haufen klebend verbrachte.
(Letzteres als abendlicher Ausklang mit einem anspruchsvollem Dokumentarfilm über das, was wir letztendlich eigentlich wissen bzw. nicht wissen - das ganze jedoch nach einem mühseligen vier Kilometer langen Fußmarsch durch die malerisch dämmrige Uferlandschaft des Bodensees mit integrierter Jahresplanungsbaumzeremonie und anschließendem Einkehrschwung beim „ortsansässigen Italiener“ was dann doch eher dazu verleitete, nach dem Genuß reichhaltiger Kost und dem drohenden Nachschlag mit schwerer geistiger Nahrung stante pede vor der Flimmerkiste einzuschlafen.)
Der Beginn dieser Tage wurde mit der Niederlegung eines blauen Steins und einer Windrose als mobiler Nabel unsere Veranstaltung offiziell markiert und so war denn auch unsere letzte Handlung dieser Tage die symbolische Einsammlung desselben nebst "Ritualplatzutensilien".
Gleichwohl die „leuchtende Nacht“ noch gar nicht war, können wir ein zufriedenstellendes Fazit für unsere Tagung ziehen. Was genau alles noch passiert ist können Neugierige vielleicht aus den Erzählungen anderer Beteiligter erfahren. Auch was die geheimnisvolle Wahrnehmung aus der Anderswelt angeht, wurden ja hier nur Andeutungen gemacht auf die anderswo garantiert tiefer eingegangen wird.
Jede hat ein paar klare Ideen und Inspirationen für das kommende Jahr formuliert und schon fast traditionell einen ganz besonderen Wunsch per Feuerwerksrakete in den Quantentunnel gesendet, jeder wurde reichlich beim Heldengesang lobend bejubelt, jede hat das vergangene Jahr abgelegt und somit hat jeder ein Bündel an schwungvoller Motivation im Gepäck, um 2008 das Richtige zu tun. Was auch immer das sein möge.
Ich wünsche allen in ähnlicher Gelöstheit den Jahresabschluss erlebt zu haben und einen gesunden kraftvollen Start ins neue Jahr, sowie einen vortrefflichen Verlauf 2008!
Oire te retro!!!
Stephan, aus dem Quantentunnel
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