Der Dritte Ort

Der Dritte Ort ist unser Platz für ein Leben in Freundschaft, Freiheit und Schönheit. Er wird geschaffen von der Magisch-Poetischen Handlungsgesellschaft, einem Freundeskreis von Männern und Frauen jeden Alters , die sich seit einer ganzen Reihe von Jahren kennen und diesem Ort Gestalt geben. Als Handelnde setzen wir einen immer neuen Anfang in die Welt, die nicht einfach da ist, sondern durch unsere Poesie und Magie geboren wird.

Genauer: Die Handlungsgesellschaft versteht sich als einer von mehreren menschliche Kondensationskernen eines größeren Netzes von locker miteinander verbundenen Menschen mit einem bestimmten, nicht ganz konventionellen Lebensstil. Natürlich haben wir Überzeugungen, was ein solches gutes Leben alles ausmacht. Uns geht es um ein schöpferisches und buntes Leben, in dem unsere Bedürfnisse nach Solidarität, Geborgenheit und Wohlwollen, nach sinnvoller und erfüllender Tätigkeit, nach Freiheit und Vielfalt und nach geistiger, sinnlicher, erotischer und körperlicher Entfaltung erfüllt werden.

Obwohl wir uns dem Netzwerk der neuen Gemeinschaften zugehörig fühlen, die überall entstehen, streben wir eine Form des Miteinandernlebens an, das mehr Raum lässt als das herkömmlicher Kommunen. Nicht das mittelalterliche Dorf, sondern die antike Polis ist unser Orientierungspunkt. Wir wollen auch keine Gemeinschaft wie heute üblichen Sinn schaffen, sondern eher unser Biotop kultivieren. In erster Linie sind wir ein putzmunterer Kreis von Freunden, die eine gemeinsame Unternehmung begonnen haben. Mehrmals im Jahr treffen wir uns, um uns persönlich auszutauschen, kulturelle Projekte zu planen, Kunst und Musik zu machen, zu feiern, zu lachen, gemeinsam nachzudenken oder Abenteuer zu initiieren, die unser Herz schneller schlagen lassen und uns die Röte ins Gesicht treiben.

In der ein oder anderen Weise haben wir alle einen Zugang zur Welt, der Magie nicht ausschließt. Manche von uns reden mit Göttern, andere mit Bäumen. Naturreligiöse, heidnische, animistische oder polytheistische Traditionen sind bei uns ziemlich beliebt. Wir glauben, daß man von dem Wissen und der Lebensweise von solchen Traditionen einiges für ein zeitgemäßes Leben lernen kann und entsprechend nutzen wir sie dafür.

Der Esoterik- und Selbsterfahrungsszene stehen wir eher skeptisch gegenüber. Auch wenn wir alle davon profiteren und profitiert haben, daß durch die New Age Welle hilfreiche Fertigkeiten und Rituale, ungewohnte Sichtweisen und häretische Wissenschaften in die Bücher, Seminarhäuser und Volkshochschulen gelangte, so stehen wir weder auf Perwollbetroffenheits-Sprache noch auf esoterische Blauäugigkeit, weder auf Verschwörungstheorien und den ultimativen Kronenchakradruidenorgasmuskurs.

Unser beruflicher Hintergrund ist vielfältig: Wir verdienen unser Geld mit Marketing oder PR, mit dem Verkauf von Backwaren, mit putzen oder Gemüse schnippeln, mit Internetarchitektur, Massage oder erotischen Ritualen. Manche sind studiert oder studieren, andere nicht. Wichtig ist uns, ökonomische Strukturen zu schaffen, die eine sinnvolle und erfüllende Tätigkeit für jeden von uns ermöglichen. Die meisten von uns sind zudem in unterschiedlichen Feldern ehrenamtlich aktiv, sei es politisch, sozial, religiös, kulturell - je nach Vorliebe.

In Dingen der Liebe haben wir eine Freude daran, geschützte Räume zu erschaffen, in denen sich Lust, Liebe und Sinnlichkeit entfalten können. Manche von uns teilen mit einem Menschen das Kopfkissen, andere mit mehreren. Wir glauben, daß in der Liebe und Erotik - sollen sie glücken - genauso Fertigkeiten und Tugenden von nöten sind, wie in anderen Bereichen des Lebens. Umsicht, Sinn für Angemessenheit und eine offene, unterstützende Kommunikation sind solche Anforderungen an den einzelnen.

Nicht jeder von uns ist eine Künstlerin, aber wir alle lieben Farbigkeit und Phantasie, sinnlicher Ausdruck durch Kunst, Musik, Poesie, Film, Ritual und Aktionen. Wir laden deshalb immer wieder Künstler auf unsere Treffen ein oder initiieren eigene Projekte. Und wenn es um die Kommunikation mit Göttern, Trollen oder Bäumen geht, ist Kunst gar keine so schlechte Verständigungsmethode.

Wacher Geist, gedankliche Freiheit und intellektuelle Unbestechlichkeit sind für uns weitere wichtige Tugenden. Seinen Verstand kritisch zu gebrauchen, um mündig und selbstbestimmt im Alltag, in Angelegenheiten der Weltanschauung, der Politik, der Wissenschaft, der Wirtschaft, Kultur und Religion sein Urteil zu fällen, ist eine unabdingbare Voraussetzung für ein gelungenes Miteinanderleben. Guruwesen, Verklärungen und Heilsversprechen können wir nicht leiden, stammen sie nun aus esoterischen, politischen, ökonomischen, szientistischen oder anderen Bewegungen.