Tonosterhasi bei Blumen

Cologne Commons 2013

Allmenden in Wissenschaft, Kultur und Alltag

am 17. und 18.10. 2013 in Köln

Vom 17. bis 18. Oktober findet zum dritten Mal die »Cologne Commons« statt – eine Verbindung aus Festival und Konferenz zu frei zugänglicher Kunst, Kultur und Wissenschaft sowie gemeinschaftlich genutzten Ressourcen des täglichen Lebens. Erstmals kombiniert die Cologne Commons damit »digitale« und »analoge« Themen: Junge Bands, die durch freie Musik im Internet bekannt werden, oder Doktorarbeiten, die für alle einsehbar sind – was hat das mit gemeinschaftlichen Wohnprojekten, solidarischer Landwirtschaft oder kostenlosen Do-it-Yourself-Kursen zu tun?

Mehr, als auf den ersten Blick ersichtlich. »Alle tragen freiwillig nach selbst gewählten Spielregeln zum Gelingen des Ganzen bei«: Dies ist ein Prinzip der im Internet praktizierten Gemeingüter-Ökonomie, in der Fachsprache »Peer-Produktion«. Kooperation gewinnt, nicht das Streben nach maximalem Profit – das sind bei Licht betrachtet auch die Ziele einer ökologisch orientierten Ökonomie. Nutzergemeinschaften pflegen urbane Gärten, offene Werkstätten und Umsonstläden bieten in der Stadt Alternativen zur Konsumkultur, Ökodörfer entwickeln innovative Formen von »Schenkökonomie« und gemeinschaftlich verwalteten Ressourcen. Der »digitale« und der »analoge« Strang der Commons-Debatte finden selten zusammen, dabei liegt genau in seiner Verbindung ein großes Innovationspotenzial für einen Wandel hin zu einer enkeltauglichen Gesellschaft. Die Cologne Commons bietet die Chance, auf einem Musikfestival und einer Fachkonferenz den Wind des Wandels zu schnuppern und ihn selbst mitzugestalten.

Das Musikfestival wird am 18. Oktober 2013 abends im Musikclub „Gebäude 9“ in Köln-Deutz stattfinden. Mit »Von Korf« (Indie-Krautrock), »Die Formation Doppelherz 2000« (Hedonismus), »ZOE.LEELA« (Trip Hop/House) sowie »Pandafilm« (Acid) könnten die Bands nicht unterschiedlicher sein. Sie verbindet, dass alle ihre Musik zum legalen, kostenlosen Download ins Netz stellen und das Kopieren, Remixen und Mashups erlauben. Die Künstler basteln an einer Zukunft, in der die Musik wieder als Kunst und nicht als Produkt wahrgenommen wird. Das passt ganz zur Philosophie der Bewegung für ökologische Commons: Sie wünschen sich eine Zukunft, in der Natur vor allem als Lebensquelle und nicht als ausbeutbarer Rohstoff für käufliche Produkte gesehen wird.

So verspricht die Cologne Commons einen spannenden Brückenbau. Zu den Referentinnen und Referenten der Fachkonferenz gehören unter anderem die Gemeingüter-Expertin Silke Helfrich, der Filmkomponist Matthias Hornschuh, Wolfgang Senges vom Alternativen Musik-Lizenzierungsprojekt CS3, Elisabeth Voß, Pionierin der solidarischen Ökonomie und Johannes Heimrath, Herausgeber der Zeitschrift Oya. Sie werden gemeinsam mit dem Publikum der Frage nachgehen, wie die ermutigenden Beispiele gelingender Kooperation in der digitalen wie der ökologischen Commons-Welt Impulse für zukunftsfähige Ökonomien und Lebensstile geben können.

Weitere Infos unter: http://cologne-commons.de

Der digitale Strang wird inhaltlich betreut durch das Institut für Linguistik – Phonetik der Universität zu Köln mit Unterstützung durch den kulturverein „Purer Luxus e.V.“. Der analoge Strang wird inhaltlich betreut durch das Global Ecovillage Network Europe und dem European Business Council for Sustainable Energy (e5), die im Rahmen des Projekts „Modelle gelebter Nachbarschaft“ die Gemeingüter-Ökonomie von Ökodörfern und städtischen Gemeingüter-Initiativen untersuchen. Der Dritte Ort wird die Konferenz vor Ort organisatorisch unterstützen.

Cologne Commons Konferenz
Donnerstag 17.10. bis Freitag 18.10.2013
Jeweils von 10 bis 18:30 Uhr
Seminargebäude, Universität zu Köln, Universitätsstraße 37 & 16a, 50931 Köln
Eintritt frei, Anmeldung erforderlich

Cologne Commons Festival
Musikclub »Gebäude 9« Deutz-Mülheimer-Strasse 127-129, 51063 Köln-Deutz
Freitag 18.10.2013
Einlass: 20 Uhr. Beginn: 21 Uhr pünktlich!