Erotic Talk, Verhör & Dirty Touch

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13. und 14. Juli 2019

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Wochenend-Workshop mit Frank und Sheila

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Mann flüstert Frau etwas ins Ohr

Eine Binsenweisheit besagt: Das Gehirn ist unser wichtigstes Sexualorgan. Die entscheidende Frage ist jedoch: Wie können wir es erregen? Frank & Sheila verknüpfen in diesem Workshop die Erotik der Sprache mit der Sinnlichkeit von Berührung und dynamischer körperlicher „Auseinandersetzung“.

Sag Dinge zu mir!

Erotisierende Sprache hat viele Facetten: der Klang unserer Stimme, die Worte, die wir sagen, die Dinge, die wir fordern, versprechen oder erbitten, die Welten, die wir in unseren Köpfen erschaffen. Sie muss dabei nicht nur Begleitmusik zur körperlichen Lust sein: Erotischer Dialog ist ein eleganter Weg, ein Szenario gemeinsam zu gestalten, ohne dass man sich auf eine sachliche „Verhandlungs-Ebene“ begeben muss. Es ist eine Form von sexueller Begegnung, die praktisch überall möglich ist und das eigentliche Tun lange vorher schon einleitet.. Und lange danach lebendig hält. Wir können mit Erotic Talk sogar unsere sexuelle Beziehung gestalten: z.B. besprechen und organisieren, was wir erleben wollen.

Verhör mich!

Aufregende intime Befragungen: eine virtuose Form des Mindfucks. So etwas kann sich an realen Verhören orientieren. Doch es muss gar nicht nur darum gehen, etwas zu erfahren. Es kann auch darum gehen, etwas in die Phantasie einzupflanzen: Wenn wir in einer solchen Situation der anderen Person „ausgeliefert“ sind, mögen zwei und zwei auch fünf sein – oder was auch immer sie von uns hören möchte.

Die hohe Kunst sind „gemeine“ Tricks und Spiele, die auch dann noch funktionieren, wenn sie vom anderen durchschaut werden. Sprechend können wir unser eigenes Grab schaufeln. Ein einmal offenbarter, geheimer Wunsch, eine mit bebender Stimme ausgesprochene Bitte kann nicht mehr ungesagt werden. Mit Sprache können wir einen Käfig im Kopf des anderen errichten, in dem sie / er so gefangen ist wie in einem Käfig aus Metall. Worte, die wir gesagt bekommen oder selbst aussprechen müssen, können subtil-erotische Folterinstrumente sein.

Berühr mich!

Erotic Talk führt uns unweigerlich zu den Körpern, denn sprechen ist nichts ohne den physischen und mimischen Ausdruck dahinter. Körperliche Aktionen können durch Sprache intensiviert, dramatisiert oder überhaupt erst mit der gewünschten Interpretation versehen werden. Sprachliches und Körperliches sind in diesem Workshop daher eng miteinander verwoben. Um diese Verbindung zu schaffen, nutzen wir die direkte Sinnlichkeit des Bodyplay-Konzepts: Berühren, fassen, festhalten, niederdrücken, Widerstand geben… auch die Körper können sich auf vielfältige Weise ausdrücken und miteinander in Dialog treten. Es kann so etwas wie ein Überwältigungsspiel entstehen oder eine andere Form spielerischer, physischer Auseinandersetzung: kraftvoll und dynamisch – oder ruhig und zart. Denn auch wenn der Workshop durch Elemente von Dominanz und Unterwerfung strukturiert wird, umfasst er sehr wohl auch die sanftere Seite der Erotik.

Sheila & Frank schaffen einen sicheren Rahmen, um zu spielen, zu erkunden und zu experimentieren. Ihre unterhaltsame Präsentation lebt nicht zuletzt von ihrem Humor und den zahlreichen Einblicken, die sie immer wieder in ihr privates Nähkästchen bieten. Demos, Übungen, Gespräche und freies Spiel wechseln sich in diesem Workshop ab. Die Teilnehmer_innen habt jederzeit die Möglichkeit, Übungen auszusetzen und innerhalb selbstgewählter persönlichen Grenzen zu experimentieren. Offenheit und Akzeptanz für die Vielfalt erotischer Phantasien ist Voraussetzung („Mein Kink muss nicht dein Kink sein“).

Teilnehmer_innen:

Dieses Seminar richtet sich sowohl an neugierige Einsteiger_innen in die Welt der Verbalerotik als auch an Menschen, die z.B. im BDSM-Kontext bereits Erfahrung mit solchen spielerischen Inszenierungen haben. Der Workshop ist offen für die Vielfalt der Geschlechter, für alle sexuellen Orientierungen sowie für Singles, Paare & Poly-Konstellationen. Aufgrund des intimen Inhalts des Seminars kann eine Anmeldung nur dann erfolgen, wenn sie aus mmindestens zwei Personen besteht, die für die Dauer des Workshops Vertrauens-/Bezugspersonen füreinander sind (das muss kein/e Partner/in oder eine Zweierkonstellation sein, sondern auch Freunde, mit denen ihr euch vertrautere Übungen vorstellen könnt). Es wird das Angebot geben, die Übungspartner_innen zu wechseln bzw. in kleinen Gruppen zu spielen. Wir freuen uns über ein bunt gemisch­tes Publikum: Wir tolerieren kein homophobes oder in anderer Hin­sicht abfälliges Ver­halten gegenüber Angehörigen von sexuellen Minderheiten. Menschen, die mit der inhaltlichen Thematik Schwierigkeiten haben, empfehlen wir, vor einer Anmeldung Rücksprache mit den beiden Werkshop-Leiter zu halten. Sie beantworten gerne Fragen und helfen herauszufinden, ob eine Teilnahme für Euch zum jetzigen Zeitpunkt passend ist.

Zeit und Ort:

Samstag, 13. Juli:  12:00 bis 19:30 Uhr
Sonntag, 14. Juli: 11:00 bis 17:00 Uhr

Werkstatt Dritter Ort
Köln-Höhenhaus

Workshop-Leitung:

Frank betreibt seit 1984 verschiedene Kampfkünste und arbeitet als Kampfkunst-Profi. Er verbindet in seinen Workshop-Konzepten seine Erfahrungen in Kampfsport und Selbstverteidigung, die Leidenschaft für den spielerischen Kampf, BDSM – sowie sein Studium der Germanistik und Philosophie (insbesondere der Sprachphilosophie).

Sheila, Franks partner in crime, ist Trainerin für Berührungskommunikation und hat einen vielfältigen Hintergrund verschiedener Bodyworkpraktiken und verrückter Sportarten – unter anderem Shiatsu, Atemtherapie, Tanz, Kampfkunst, Höhlentauchen und Drachenfliegen. Sie befasst sich hauptberuflich mit Texten, Sprache und interkultureller Kommunikation.

Die beiden Gründer der Bodyplay Academy gelten mit dem von ihnen entwickelten Zugang zu Rough Body Play und Playfighting vor allem in Europa zu den Pionieren dieser Bereiche. Übergreifend ist ihr einzigartiges Bodyplay-Konzept, in dem sie ihr Know How aus mehreren Jahrzenten BDSM-Erfahrung, Körperarbeit und Kampfkunst verbinden.