Wirtschaft

Küchengespräch mit Sebastian Gallehr

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mit am Tisch: Julio und Steffi

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am 25. Mai von 20:00 bis 22:30 Uhr

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Nann im Imkeranzug umgeben von Bienen

Umweltschutz ist mehr als im Bioladen einzukaufen. Wenn wir nicht auf Medikamente, Metallschrauben, Brillengläser, Züge und Küchenlampen verzichten wollen, müssen wir ganze Industrien umbauen. Sebastian Gallehr hilft als Umweltberater der Industrie, ihre Produktion klimafreundlicher zu machen. Er hat viele Jahre einen europäischen, ökologisch orientierten Wirtschaftsverband als Vorsitzender geleitet und nahm als kritischer Interessenvertreter der grünen Wirtschaft an den UN-Klimaverhandlungen teil. Zudem hat er die EU-Kommission im Bereich Umweltinnovation beraten; diverse Unternehmen angeregt oder initiiert; war intensiv involviert in ein europäisches Netzwerk für Klimaforschung. (Und Bienen versucht als Privat-Imker auch noch zu retten.)

Kann man Konzerne wirklich zum Klimaschutz bewegen? Ist eine umweltfreundliche Technologie machbar? Wie kann so ein Industrieumbau aussehen? Ist das alles Schwindel? Bringen die Klimaverhandlungen wirklich was? Wie unterscheiden sich Politiker, Manager, Wissenschaftler, wenn es um Umweltschutz geht? Was bereut man als Manager und Umweltlobbyist?

Mit am Tisch: Julio und Steffi.

Einlass: 19:30, Beginn: 20:00

Tonosterhasi bei Blumen

Cologne Commons 2013

Allmenden in Wissenschaft, Kultur und Alltag

am 17. und 18.10. 2013 in Köln

Vom 17. bis 18. Oktober findet zum dritten Mal die »Cologne Commons« statt – eine Verbindung aus Festival und Konferenz zu frei zugänglicher Kunst, Kultur und Wissenschaft sowie gemeinschaftlich genutzten Ressourcen des täglichen Lebens. Erstmals kombiniert die Cologne Commons damit »digitale« und »analoge« Themen: Junge Bands, die durch freie Musik im Internet bekannt werden, oder Doktorarbeiten, die für alle einsehbar sind – was hat das mit gemeinschaftlichen Wohnprojekten, solidarischer Landwirtschaft oder kostenlosen Do-it-Yourself-Kursen zu tun?

Mehr, als auf den ersten Blick ersichtlich. »Alle tragen freiwillig nach selbst gewählten Spielregeln zum Gelingen des Ganzen bei«: Dies ist ein Prinzip der im Internet praktizierten Gemeingüter-Ökonomie, in der Fachsprache »Peer-Produktion«. Kooperation gewinnt, nicht das Streben nach maximalem Profit – das sind bei Licht betrachtet auch die Ziele einer ökologisch orientierten Ökonomie. Nutzergemeinschaften pflegen urbane Gärten, offene Werkstätten und Umsonstläden bieten in der Stadt Alternativen zur Konsumkultur, Ökodörfer entwickeln innovative Formen von »Schenkökonomie« und gemeinschaftlich verwalteten Ressourcen. Der »digitale« und der »analoge« Strang der Commons-Debatte finden selten zusammen, dabei liegt genau in seiner Verbindung ein großes Innovationspotenzial für einen Wandel hin zu einer enkeltauglichen Gesellschaft. Die Cologne Commons bietet die Chance, auf einem Musikfestival und einer Fachkonferenz den Wind des Wandels zu schnuppern und ihn selbst mitzugestalten.

Das Musikfestival wird am 18. Oktober 2013 abends im Musikclub „Gebäude 9“ in Köln-Deutz stattfinden. Mit »Von Korf« (Indie-Krautrock), »Die Formation Doppelherz 2000« (Hedonismus), »ZOE.LEELA« (Trip Hop/House) sowie »Pandafilm« (Acid) könnten die Bands nicht unterschiedlicher sein. Sie verbindet, dass alle ihre Musik zum legalen, kostenlosen Download ins Netz stellen und das Kopieren, Remixen und Mashups erlauben. Die Künstler basteln an einer Zukunft, in der die Musik wieder als Kunst und nicht als Produkt wahrgenommen wird. Das passt ganz zur Philosophie der Bewegung für ökologische Commons: Sie wünschen sich eine Zukunft, in der Natur vor allem als Lebensquelle und nicht als ausbeutbarer Rohstoff für käufliche Produkte gesehen wird.

So verspricht die Cologne Commons einen spannenden Brückenbau. Zu den Referentinnen und Referenten der Fachkonferenz gehören unter anderem die Gemeingüter-Expertin Silke Helfrich, der Filmkomponist Matthias Hornschuh, Wolfgang Senges vom Alternativen Musik-Lizenzierungsprojekt CS3, Elisabeth Voß, Pionierin der solidarischen Ökonomie und Johannes Heimrath, Herausgeber der Zeitschrift Oya. Sie werden gemeinsam mit dem Publikum der Frage nachgehen, wie die ermutigenden Beispiele gelingender Kooperation in der digitalen wie der ökologischen Commons-Welt Impulse für zukunftsfähige Ökonomien und Lebensstile geben können.

Weitere Infos unter: http://cologne-commons.de

Der digitale Strang wird inhaltlich betreut durch das Institut für Linguistik – Phonetik der Universität zu Köln mit Unterstützung durch den kulturverein „Purer Luxus e.V.“. Der analoge Strang wird inhaltlich betreut durch das Global Ecovillage Network Europe und dem European Business Council for Sustainable Energy (e5), die im Rahmen des Projekts „Modelle gelebter Nachbarschaft“ die Gemeingüter-Ökonomie von Ökodörfern und städtischen Gemeingüter-Initiativen untersuchen. Der Dritte Ort wird die Konferenz vor Ort organisatorisch unterstützen.

Cologne Commons Konferenz
Donnerstag 17.10. bis Freitag 18.10.2013
Jeweils von 10 bis 18:30 Uhr
Seminargebäude, Universität zu Köln, Universitätsstraße 37 & 16a, 50931 Köln
Eintritt frei, Anmeldung erforderlich

Cologne Commons Festival
Musikclub »Gebäude 9« Deutz-Mülheimer-Strasse 127-129, 51063 Köln-Deutz
Freitag 18.10.2013
Einlass: 20 Uhr. Beginn: 21 Uhr pünktlich!

KÖLNER REGIONALFORUM

FÜR ALTERNATIVES WIRTSCHAFTEN

29./30. August 2009, Köln

Zukunftsfähige Modelle für Leben, Arbeit, Wirtschaften


Sonntag, 30. August
10 Uhr Gemeinsames Plenum, Vorstellung; 11 – 13 Uhr Open Space Arbeitsgruppen; 13 – 14:30 Uhr Mittagsessen, 14:45 – 16:45 Open Space Arbeitsgruppen; 17 Uhr bis 18:00 Abschlussplenum

Am Sonntag wird nach der Open Space Methode moderiert – es gibt also ein paar Regeln, aber so gut wie keine Vorgaben, die TeilnehmerInnen entscheiden selbst, welche Arbeitsgruppen angeboten werden und wer woran teilnimmt. Mehr Informationen dazu hier oder hier.

Organisatorischer Kontakt
regionalforumwirtschaft [at-Zeichen einsetzen] der-dritte-ort [Punkt] org

Absicht:

Das Netzwerktreffen versammelt unterschiedliche Initiativen und Organisationen, die alternatives Wirtschaften real praktizieren. Was der Begriff „alternatives Wirtschaften“ bedeutet, wird dabei bewusst offen gelassen, das Spektrum der eingeladenen Projekte reicht von Arbeit, Leben, Ressourcen teilen, Versorgung mit Gütern und Dienstleistungen bis zu Produktion und Geschäfte machen. Es geht jedoch um zukunftsfähige Modelle für Leben, Arbeit und Wirtschaft, die sich an den Prinzipien der Nachhaltigkeit und sozialer und kultureller Integrität orientieren. Ziel des Treffens ist es zu prüfen, wo Möglichkeiten zur Kooperation bestehen, um viel versprechende Ansätze weiterzuentwickeln oder bestehende Projekte auszubauen.

Bericht:

15 Unternehmen, Organisationen und Initiativen folgten der Einladung und deckten die unterschiedlichsten Bereiche der Gesellschaft ab. So gab es Vertreter einer ethischen Vermögensverwaltung, einer entwicklungsorientierten Mikrokreditorganisation, einer Wohngenossenschaft, einer Ökomesse, eines großen Meditations- und Therapiezentrums, eines Label für freie Musik, einer Genossenschaft für humanes Wirtschaften, zudem Menschen aus diversen Kultur- und Gemeinwohlprojekte.

Am Vormittag stand die Frage im Zentrum, was die unterschiedlichen Gruppen bei der Zielsetzung und Arbeits- und Produktionsweise verbindet. Anstatt Profitorientierung wurden wesentlich weitergehende Zielsetzungen des eigenen Wirtschaftens formuliert: neben der Existenzsicherung der Beteiligten gehe es um Lebensentfaltung, Gemeinwohl, Kooperation und Identifikation mit der eigenen Arbeit. Eigentum und Eigentumsmehrung wurde nicht als Selbstzweck empfunden, sondern in seiner Beziehung zum allgemeinen Wohl und sozialen Pflichten gesehen. Der Ressourcenverschwendung und Ignoranz gegenüber den sozialen und kulturellen Wirkungen des eigenen Wirtschaftens hielt man ethisch sensible und ökologisch sanfte Produktionsweisen entgegen sowie die Pflicht, sich umfassend über eingekaufte Produkte und Dienstleistungen zu informieren und möglichst alle relevanten Betroffenen einer Wertschöpfungskette zu berücksichtigen (soweit dies ethisch sinnvoll ist).

Der Nachmittag diente dem Austausch über mögliche Projekte und gemeinsame Aktionen. Konkretes Ergebnis war eine gemeinsame Initiative einiger Akteure zur Verringerung der Ressourcenverschwendung örtlicher Abfallentsorger sowie die Konzeption einer Dienstleistungsbörse, die an einem ethisch-ökologischen Wirtschaftskodex orientiert sein soll. Für viele Teilnehmer war die Möglichkeit in Tuchfühlung und Austausch mit Vertretern von anderen, ihnen unbekannten Gruppen zu kommen, eine der wichtigste Errungenschaften des Tages. Einhellig wurde beschlossen, sich im Frühjahr 2010 wieder zu treffen.

Initiatoren:

J. Lambing – European Business Council for Sustainable Energy (e5).
Der Wirtschaftsverband e5 wurde 1996 als Interessenvertretung jener Branchen und Unternehmen gegründet, die sich für eine nachhaltige Energieversorgung und ambitionierte Klimaschutzpolitik stark machen. e5 beschäftigt sich derzeit u.a. mit der Frage, was die Wirtschaft von nachhaltigen und innovativen lokalen Milieus lernen kann, um klimaschonende Lebensstile zu verbreiten und die notwendige technologischen Revolution zu fördern. Herr Lambing ist Geschäftsführer von e5.
www.e5.org

J. Hülkenberg, denk!BAR® mobil
J. Hülkenberg ist freiberuflicher Diplomsozialpädagoge, Berater des Diözesanrates Köln und Mitbegründer der bundesweiten Initiative „Regionaler Aufbrauch„. Die denk!BAR®mobil ist eine Heimstatt für kreative Denker, die auf lokaler Ebene Gemeinden, Initiativen, Institutionen und Verbänden eine Werkstatt für Bürgerbeteiligung und Gesellschaft-Design zur Verfügung stellt.
www.huelkenberg.de

Administration/Organisation:

Der Dritte Ort unterstützt das Projekt administrativ und organisatorisch. Gastgeber des Treffens ist die Beschäftigungsförderungsinitiative „Jack in the Box“ in Köln-Ehrenfeld.