Werkstatt

Vortrag: Einblicke in die Philosophie von Body Play

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mit Frank und Sheila

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am 16. März 2019
(20 Uhr)

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Mann, Frau, Kampf

           Sheila & Frank

Für Sheila und Frank ist die kritisch-reflexive Beschäftigung mit den grundlegenden Konzepten rund um Körperlichkeit und Erotik wichtig. In unserem Alltag folgen wir oft unreflektiert Sprachgewohnheiten, die durch unsere Kultur und Geschichte vermittelt sind, z.B. bei Begriffen wie Berührung, Körper, aktiv/passiv, Widerstand, Gewalt. Doch die unreflektierte Sprachverwendung und damit auch die Kategorisierung von dem, was geschieht, steht oft dem realem Erleben im Weg – und bisweilen auch dem eigenen sinn­lichen Genuss. Geschult an Verfahren der Ordinary Language Philosophy hinterfragen Frank und Sheila solche Sprachgewohnheiten. Ausgehend vom konkreten Erleben geht es ihnen um Begriffsschärfung: Was genau ist z.B. “Widerstand“ ? Gibt es differenziertere Kategorien als „aktiv/passiv“ oder „Berührung“ ? Die beiden sind davon überzeugt, dass dies uns hilft, nicht nur problematische kulturelle Stereotypen zu überwinden, sondern auch das Er­leben von Macht, Gewalt oder (körperlicher) Interaktion im Alltag besser zu verstehen.

Der Vortrag ist für die Teilnehmer_innen des Workshops kostenfrei. Er kann aber auch unabhängig davon von Menschen besucht werden, an dem Thema interessiert sind. Der Mitmachbeitrag beträgt dann 12 EUR. Wie immer können letztere auch mehr, weniger oder nichts zahlen.

 

Vortragende:

Frank und Sheila sind international tätige Dozent_innen mit breitem Fachwissen und einem langjährigen, professionellen Hintergrund. Die beiden Gründer_innen der Bodyplay Academy gelten mit dem von ihnen entwickelten, unverwechselbaren Zugang zu Rough Body Play vor allem in Europa zu den Pionieren in diesem Bereich. Mit ihren über viele Jahre entwickelten Konzepten verbinden sie auf besondere Weise die Bereiche Kampfkunst, Körperarbeit und Sexualität. In den praxisorientierten Workshops bringen Sheila und Frank auf humorvolle Weise diese Kompetenzen ein und plaudern auch aus dem privaten Nähkästchen. Weitere Informationen unter www.bodyplay.net

 

 

Workshop: Überwältigung und Rough Body Play

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mit Frank und Sheila

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am 15. – 17. März 2019

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Lustvolle Überwältigungsphantasien gehören zu den verbreitetsten erotischen Phantasien.

Mann, Frau, Kampf

Jedoch setzen nur wenige von uns Szenarien auch tatsächlich um, bei denen gespielter körperlicher Widerstand vom Partner bzw. von der Partnerin genussvoll „überwunden“ wird. Rough Body Play ist eine körperlich sehr unmittelbare Form der Begegnung. Auf der einen Seite kann man die eigene körperliche Kraft und die eigene „Power“ intensiv erleben (sowie die des Gegenübers). Auf der anderen Seite spielt Rough Body Play auch mit unseren Gefühlen und Vor­stellungen, nicht selten steht letzteres sogar im Vordergrund. Überwältigungsspiele und Rough Body Play haben das beidseitige Vergnügen zum Ziel und sind selbstverständlich konsensuell. Jedoch bezieht sie ihre besondere Faszination aus einer eigentümlichen vor- oder außerzivilisatorischem Gestimmtheit und einer Symbolik von Macht, Unterwerfung, Widerstand und Kraft.

In dem Seminar wird das grundlegende Know-How für Überwältigungsspiele und Rough Body Play vermittelt; Sicherheit und Einvernehmlichkeit werden dabei wichtige Aspekte sein. Themen sind u.a. Einsatz von Körpersprache und Mimik, Formen des Widerstands, kräftiges bis schmerz­haftes Halten und Packen, kontrollierter Einsatz der Faust, den Partner auf ungefährliche Weise zu Boden bringen, Tret­spiele, Verwendung von („stilistisch“ passenden) Uten­silien. Es wird ausgiebig Zeit geben, um zu experimentieren und zu spielen. Wir fördern aktiven Austausch und Reflexion bei und nach allen Übungen. Aktiver Austausch und bewusste Re­flexion bei und nach allen Übungen spielt dabei eine wichtige Rolle.

Zum Inhalt des Vortrags Einblicke in die Philosophie von Body Play siehe hier.

Workshop-Leitung:

Frank und Sheila sind international tätige Dozent_innen mit breitem Fachwissen und einem langjährigen, professionellen Hintergrund. Die beiden Gründer_innen der Bodyplay Academy gelten mit dem von ihnen entwickelten, unverwechselbaren Zugang zu Rough Body Play vor allem in Europa zu den Pionieren in diesem Bereich. Mit ihren über viele Jahre entwickelten Konzepten verbinden sie auf besondere Weise die Bereiche Kampfkunst, Körperarbeit und Sexualität. In den praxisorientierten Workshops bringen Sheila und Frank auf humorvolle Weise diese Kompetenzen ein und plaudern auch aus dem privaten Nähkästchen. Weitere Informationen unter www.bodyplay.net

Teilnehmer_innen:

Der Workshop ist offen für die Vielfalt der Geschlechter, für alle sexuellen Orientierungen sowie für Singles, Paare & Poly-Konstellationen. Zugunsten eines ausgewogenen Ge­schlech­terverhältnisses behalten wir uns eine Warteliste vor. Wir freuen uns über ein bunt gemisch­tes Publikum. Wir tolerieren kein homophobes oder in anderer Hin­sicht abfälliges Ver­halten gegenüber Angehörigen von sexuellen Minderheiten. Vorkennt­nisse im Kampf­sport oder besondere Fitness sind nicht erforderlich. Achtet aber darauf, dass Ihr die grund­sätzlichen gesundheitlichen Voraussetzungen für sportliche Aktivitäten erfüllt. Menschen, die mit der inhaltlichen Thematik Schwierigkeiten haben, empfehlen wir, vor einer Anmeldung Rücksprache mit den beiden Werkshop-Leiter zu halten. Sie beantworten gerne Fragen und helfen herauszufinden, ob eine Teilnahme für Euch zum jetzigen Zeitpunkt passend ist.

Workshop-Daten und Zeiten:

15. März (Fr.): 18:00 – 22:00 Uhr
16. März (Sa): 12:00 – 17:00 Uhr
___________(20:00 Uhr gesonderter Vortrag über die Philosophie von Body Play)
17. März (So): 12:00 – 17:00 Uhr

Mann, Frau, Kampf

Kleidung, Mitbringen, Verpflegung:

Bitte bequeme Kleidung, in der man sich gut bewegen kann. Keine Straßenschuhe, keine High-Heels. Eine Wasserflasche und eventuell ein Reserve-T-Shirt. Es wird sich viel bewegt und auch viel geschwitzt. Bitte eigene Verpflegung für die Pausen mitnehmen.
Einige Tage vor dem Workshop erhalten Teilnehmer_innen Detailinformationen.

Workshop-Kosten und Anmeldung:

Kosten: 165,- EUR – Eine Ermäßigung für Menschen mit wenig Geld ist auf Anfrage möglich.
Anmeldung als auch inhaltliche Fragen bitte unter: bodyplay-workshop@der-dritte-ort.org

Bei der Anmeldung bitte genau und namentlich angeben, ob ihr einzeln, als Paar oder Poly-Konstellation (gleich/andersgeschlechtlich?) kommt. Da das Interesse aufgrund der beiden Referent_innen voraussichtlich groß sein wird, raten wir zu einer zügigen An­mel­dung. Eure Anmeldung gilt als verbindlich – bitte seid fair und sagt gegebenenfalls frühzeitig ab, um Nachrückern eine Chance zu geben.

 

„Reisen in fremde Welten“

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mit am Tisch: Julio und Steffi

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am 1. Dezember (Samstags) von 20:00 bis 22:30 Uhr

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lächelnde Frau und lächelnder Mann in Winterkleudung vor SchneelandschaftDie beiden Kosmopoliten Karin und Sten Linnander haben unterschiedliche Szenen und Milieus ebenso kennengelernt wie außereuropäische Kulturen. Sie teilen mit dem Dritten Ort das Interesse an der Frage, was wir von fremden und ungewöhnlichen Weltsichten und Lebensweisen für ein gutes Leben lernen können.

Karin studierte zuerst Germanistik in Tübingen. Vor 25 Jahren begann sie, sich intensiv mit indianischen Techniken der Persönlichkeitsentwicklung und Übergangsriten zu beschäftigen. In dem Zusammenhang lebte sie über 8 Jahre auf einer Ranch in Arizona (USA) am Rand der Halbwüste. Dort studierte sie auch “Psychology and Counseling“ (M.A.) und spezialisierte sich auf das Thema Jugendsexualität. Zurück in Deutschland entwickelte und leitete sie Kurse für heranwachsende Mädchen zum Thema Menstruation und „das erste Mal“ im privaten und schulischen Setting.

Sten, der in Stockholm, Kabul und Kathmundu aufwuchs, engagierte sich beispielsweise beim Aufbau einer alternativen Gemeinschaft, für ein Weltraumprojekt der NASA sowie in der Erforschung von selbsterhaltenden Strömungsbewegungen und schrieb zudem Bücher zu unserem Verhältnis zu und unserer Verbindung mit der Erde.

Derzeit setzen die beiden sich für ein Gesundheitsprojekt für SchülerInnen in Nepal ein (- ein Land, in dem Sten einen Teil seiner Kindheit verbrachte). Sie haben sich einen reichen Schatz an KnowHow, Erfahrungen und Sichtweisen erarbeitet, den sie gelegentlich in Workshops der Werkstatt Dritter Ort teilen und über den wir an diesem Abend sprechen werden.

In unseren Küchengesprächen interviewen wir inspirierende Menschen, deren ungewöhnlicher Lebensweg, Ansichten oder Engagement wir als bereichernd für die Gesellschaft, die Kultur und ein gutes und gelingendes Leben betrachten. Es wird genügend Raum für Eure Fragen geben.

Mit am Tisch: Julio und Steffi.

Einlass: 19:30, Beginn: 20:00

Küchengespräch mit Sebastian Gallehr

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mit am Tisch: Julio und Steffi

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am 25. Mai von 20:00 bis 22:30 Uhr

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Nann im Imkeranzug umgeben von Bienen

Umweltschutz ist mehr als im Bioladen einzukaufen. Wenn wir nicht auf Medikamente, Metallschrauben, Brillengläser, Züge und Küchenlampen verzichten wollen, müssen wir ganze Industrien umbauen. Sebastian Gallehr hilft als Umweltberater der Industrie, ihre Produktion klimafreundlicher zu machen. Er hat viele Jahre einen europäischen, ökologisch orientierten Wirtschaftsverband als Vorsitzender geleitet und nahm als kritischer Interessenvertreter der grünen Wirtschaft an den UN-Klimaverhandlungen teil. Zudem hat er die EU-Kommission im Bereich Umweltinnovation beraten; diverse Unternehmen angeregt oder initiiert; war intensiv involviert in ein europäisches Netzwerk für Klimaforschung. (Und Bienen versucht als Privat-Imker auch noch zu retten.)

Kann man Konzerne wirklich zum Klimaschutz bewegen? Ist eine umweltfreundliche Technologie machbar? Wie kann so ein Industrieumbau aussehen? Ist das alles Schwindel? Bringen die Klimaverhandlungen wirklich was? Wie unterscheiden sich Politiker, Manager, Wissenschaftler, wenn es um Umweltschutz geht? Was bereut man als Manager und Umweltlobbyist?

Mit am Tisch: Julio und Steffi.

Einlass: 19:30, Beginn: 20:00

Ein Küchengespräch mit Andrea Silwanus

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mit am Tisch: Julio und Steffi

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am 6. April (Freitag) von 19:30 bis 22:00 Uhr

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lachende Frau mit Apfel in der HandIn den Handarbeitsabenden von Andrea Silwanus lernen Frauen, wie sie Männer gekonnt intim berühren. Oder auch: wie sie sich selbst oder andere Frauen gut berühren können. In den gut besuchten Kursen werden sensible Fragen zum weiblichen Selbstverständnis ebenso wie handfestes Wissen vermittelt. Das ganze mit viel Humor und Lachen. Seit geraumer Zeit gibt es auch Handwerkerabende, in dem Männer vergleichbares lernen. Gelegentlich hört die Sexualpädagogin, dass ihre Seminare Ehe gerettet habe. Angesichts der inhaltsreichen und humorvollen Unterrichts kann schnell der Eindruck entstehen, Andrea habe nie etwas anderes gemacht. Hat die gelernte Bäckerin und Tortenmacherin aber…

Wie wurde aus einer sexuell unsicheren Frau eine Sex(ual)pädagogin (für Erwachsene) mit Leib und Seele? Wir sprechen über Wegbereiter in Form von Zufällen, Spannungsfeldern, Schwellen und Grenzen, Respekt, Scheitern, (Un)Lust, Vielfalt, Inspiration, Werkseinstellung, Fehlern, Augen- und Körperöffnern. Wir sprechen über Männer, die ersteinmal reden wollen. Und biedere Hausfrauen, die auf Gang-Bang stehen.

Was ist eigentlich eine erfüllte Sexualität und was macht das mit meinem Leben? Wir stellen uns der großen Frage mit viel Neugier, unterstützt von gutem Essen und natürlich einer gepfefferten Portion Humor. Wie sonst?

In unseren Küchengesprächen interviewen wir inspirierende Menschen, deren ungewöhnlicher Lebensweg, Ansichten oder Engagement wir als bereichernd für die Gesellschaft, die Kultur und ein gutes und gelingendes Leben betrachten. Es wird genügend Raum für Eure Fragen geben.

Mit am Tisch: Julio und Steffi.

Einlass: 19:00, Beginn: 19:30

Ein Vortrag über romantische Verengungen, die Nötigung zur Intimität und selbstbestimmtes Lieben.

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Ein Ausflug in verschiedene Richtungen. (Zum Mitdenken und -reden)

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am 24. Februar (Samstag) von 19:30 bis 21:30 Uhr

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Liebespaar: Romeo und JuliaEva Hanson und Johannes Heck leben seit vielen Jahren in sexuellen Subkulturen und beschäftigen sich mit unkonventionellen Liebensweisen. Sie fragen sich mit Schopenhauer: „Wozu der Lärm? Wozu das Drängen, Toben, die Angst und die Not? Es handelt sich ja bloß darum, dass jeder Hans seine Grete findet.“ Und: Ist das wirklich alles? Die beiden stellen ihre Thesen und Fragen über zeitgenössische Liebeskultur vor und laden zum Gespräch ein: Über Sinn oder Unsinn der romantischen Liebesnorm, andere Wege – und Freiheit.

Viele von uns glauben, dass sie frei und selbstbestimmt lieben würden. Normen werden häufig mit Naturgegebenheiten verwechselt und bleiben deshalb unhinterfragt – oder werden sogar ganz und gar übersehen. Das Gestalten von liebevollen Verhältnissen, das Beschreiben und Ausdrücken von Gefühlen sind immer auch, vielleicht sogar in erster Linie kulturelle Hervorbringen. Heutzutage wird unsere kollektive Vorstellungskraft von der kulturgeschichtlich relativ jungen Vorstellung der „Romantischen Liebe“ geprägt; das Gefühl der Liebe damit in eine ganz bestimmte erzählerische Form gegossen. Konventionen des Sich-näher-Kommens bestimmen unser Verhalten und Erleben.

Der Vortrag wirft einen Blick auf diese Liebesvorstellung und die damit zusammen hängenden Erzählungen und Konventionen, auf ihren geschichtlichen Hintergrund und gesellschaftliche Zusammenhänge.

19:30 bis 21:30 Uhr

www.der-dritte-ort.org

Anmeldungen zum Vortrag machen es leichter, die Anzahl der Besucher_innen abzuschätzen. Deshalb Anmeldungen bitte per E-Mail an folgende Adresse:
wir-dich-auch@der-dritte-ort.org

Das JA/NEIN-Spiel: Ein Nachmittag mit Sten Linnander

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am 18. Februar (Sonntag) von 15 bis 17:30 Uhr

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Frau, rote Haare vor dem Gesicht, mit BrilleDas JA/NEIN-Spiel ist eine von Sten Linnander entwickelte spontane Aktionskunst in der Gruppe. Durch wiederholte Veränderungen (ständiger Wechsel) und schöpferische (Selbst-)Verwirrung, versetzt sich der/die jeweilige Spieler/in währenddessen in einen Zustand des kreativen Flusses, so dass sich unerwartete, bisweilen neue Quellen des Lebens offenbaren können. Der Aktionsfluss wird zum puren Spaß, zu Kreativität, Unverschämtheit, Liebeserklärung, Kinderspiel, Austritt aus der eigenen Person, Furzhaftigkeit und violetter Langeweile. Absichtslosigkeit verdichtet sich zu spontanen Übersprungshandlungen, die auf einer freundlichen, fast höfischen und definitiv gyromagnetischen Haltung gegenüber dem Unbekannten beruhen.

Rein praktisch gesehen läuft das ganze so ab: Die Teilnehmer_innen setzen sich in einem Kreis mit genug Platz in der Mitte. Eine Person ist die/der LeiterIn. Eine andere Person geht in die Mitte und fängt an sich zu bewegen und ihre Stimme zu nutzen. Je nach Situation und Einschätzung wird sie von der Spielleitung gebeten zu wechseln und etwas anderes zu machen oder sagen. Dabei geht es nicht um Theater. Die Spielleitung kann auch mit der Person in der Mitte interagieren, muß dies aber nicht. Es gibt nur ein Gesetz: Keine Gewalt! Besonders nicht gegen den/die Spielleiter_in, jedoch auch nicht gegenüber anderen oder sich selbst. Nach der Darstellung setzt sich die Person wieder hin.

Knapper gesagt:
Alle sitzen in einem Kreis.. Eine Person leitet. Eine Person geht in die Mitte und beginnt sich zu bewegen und ihrer Stimme zu nutzen. Die leitende Person bittet sie ab und zu, etwas anderes zu tun. Es geht nicht um Theater, sondern um das Unbekannte.

Noch knapper gesagt:
JA – NEIN – JA.

Anmeldungen machen es leichter, die Anzahl der Teilnehmer_innen abzuschätzen. Deshalb Anmeldungen bitte per E-Mail an folgende Adresse:
wir-dich-auch@der-dritte-ort.org

Eine genaue Anfahrtsbeschreibung schicken wir per E-Mail nach der Anmeldung.

Sexpositive Räume schaffen

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Felix Ruckert’s Wohnzimmer Tour

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24. Januar 2018

(Einlaß 19:30 Uhr; Beginn 20:OO Uhr)

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Mann, Frau, Kampf

Für Felix Ruckert ist das Recht auf Ekstase fundamental, die Freiheit die Grenzen von Körper, Geist und Seele zu erforschen ist essentiell, die Hinterfragung von Identität durch bewusstseinsverändernde Erfahrungen ist notwendig. Konflikte und Gewalt sind in uns allen angelegt, Ungerechtigkeit und Repression reflektieren nur die Beschränkungen des kollektiven Bewußtseins. Verflüssigung zu trainieren bedeutet Widerstand gegen die Ideologie von Verwertung und Vermarktung, ist Aufweichung eines rigiden Wirtschaftlichkeitsdenkens, das ein Kapitalismus außer Rand und Band dem Individuum aufzwingt. Sexpositive Räume sind für Ruckert notwendig um Gemeinschaft zu stärken und um Liebe und Beziehungen besser zu verstehen. Sexpositive Räume bekämpfen Sexismus und beugen Gewalt und Missbrauch vor. Sexpositive Räume ermöglichen persönliche Ermächtigung und dekonstruieren Geschlechterklischees.

Wie können wir solche Räume schaffen, die uns Sicherheit bieten und uns erlauben vollständige sexuelle Wesen zu sein? Das ist die Frage von Felix Ruckert, Tänzer, Choreograph und Konzeptkünstler. Als Teil einer Tour durch deutsche Wohnzimmer wird er eine Lecture Performance zu sexpositiver Kultur halten, um seine Vision einer sexpositive Kultur vorzustellen und zugleich dazu einladen, diese Ideen zu diskutieren. Die Gäste dieses Abends können die Arbeit eines einflussreichen Berliner Künstler kennen lernen, der sich auf die Entwicklung „Magischer Felder“ spezialisiert hat: Welten in der Welt, temporär autonome Zonen, Räume in denen die üblichen Codes menschlicher Interaktion aufgehoben sind für sanftere, ehrlichere, direktere und freiere Begegnungen.

Ruckert, früherer Pina Bausch Tänzer und Choreograph, rüttelte mit partizipativen Performances und radikalen szenischen Forschungen in den späten 90er Jahren die Tanzwelt auf und sorgte 2007 für einen Skandal bei der Biennale von Venedig. Er organisiert europaweit sexpositive Räume wie die Festivals xplore und EURIX und leitete von 2007 bis 2016 die schwelle7 in Berlin – einem experimentellen Begegnungsort (zugleich Wohnzimmer,Tanzstudio, Bühne, Trainingsraum), der durch die Workshops, Performances, Rollenspiel, Lesungen, Vorträgen und sonstigen Aktionen als Schnittstelle zwischen Kunst, Sexualität und Gesellschaft wirkte.
Für alle, die mehr über Felix Ruckert wissen wollen: www.felixruckert.de

Wir freuen uns über Spenden zum einen für die Reisekosten von Felix Ruckert & Team, zum anderen für Speis & Trank & Raumunterhalt.

Anmeldung: Anmeldungen zum Wohnzimmergespräch machen es uns wesentlich leichter, die Anzahl der Besucher_innen abzuschätzen. Deshalb bitte wir ausdrücklich um Anmeldungen per E-Mail an folgende Adresse:
wir-dich-auch@der-dritte-ort.org

Nach Anmeldung senden wir eine Anfahrtsbeschreibung.

Küchengespräch mit Sten Linnander über Zeit, Welt, Träume und Visionen

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mit am Tisch: Julio und Steffi

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am 17. November (Freitags) von 20:00 bis 22:30 Uhr

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lächelnder Mann mit Blumenringen behangen und Blütenblätter auf dem KopfWie lebt man seine heiligen Träume und Visionen? Der Schwede Sten Linnander ist ein kosmopolitischer Freigeist, dessen persönliche Originalität und Integrität ihm weltweit Türen geöffnet haben. Seit 40 Jahren beschäftigt er sich damit, alternative Weltsichten mit dem gesellschaftlichen Mainstream in Dialog zu bringen. Wie ein Diplomat wechselt er zwischen unterschiedlichsten Welten:

In den 80ern baute er mit Gleichgesinnten ein großes deutsches Kommuneprojekt auf. Später ließ er in einem freien Bildungsträger häretische Naturforscher aus allen Teilen der Welt sprechen, organisierte ein internationales kommunales Friedensnetzwerk rund um den Nordpol oder kleine, exemplarische Unterstützungsprojekte für Hilfslieferungen und Knowhowtransfer in die zusammenbrechende Sowjetunion. In den 90ern startete er mit anderen ein US-Netzwerk für alternative Kultur, Gemeinschaft und neue Beziehungsformen und siedelte auf einer Ranch in Arizona. Der studierte Geophysiker ließ sich indianische Zeremonialmagie beibringen, traf sich mit russischen Diplomaten und der NASA, engagierte sich für ein Satellitenprojekt (um der Menschheit Live-Aufnahmen der Erde zugänglich zu machen), verwaltet den Nachlaß des Wirbel-Forschers Alfred Wakeman, half bei der Lancierung einer Kampagne gegen Prügelstrafe in den USA, brachte ein Gesundheitsprojekt in abgelegen Regionen Nepals auf dem Weg. Und schließlich schrieb in mehrere Sprachen übersetzte Bücher, in dem er von seinen Unterhaltungen mit der Erde berichtet – wohlwissend, dass das recht esoterisch, wenn nicht sogar abstrus wirkt.

Stens Leben ist geprägt von einem tiefen Engagement für geistige Weite und dem Glauben, dass die Welt und die Menschen wesentlich mehr Dimensionen und Möglichkeiten aufweisen, als uns unsere Umgebungskultur vermittelt. Manche der von ihm vorangetriebenen oder unterstützten Projekte scheiterten oder verpufften, manche erlagen dem allzu menschlichen Drang nach Manipulation und Ideologie, andere strahlten aus und vervielfältigten sich als Graswurzelprojekte. Alle sind gezeichnet von der stetigen Frage, wie man intellektuell redlich und menschlich offen seiner Begeisterung und Neugier folgt, wenn auf der eine Seite die Gesellschaft Normalität und auf der anderen Seite die weltanschaulichen Avantgarden und Außenseiter Heilslehren und Gefolgschaft predigen. Wir wollen mit Sten über Undergroundkultur, seinen Lebensweg, seine Sicht auf Zeitreisen, Forschung, Spiritualität und manches andere reden.

Mit am Tisch: Julio und Steffi.
Einlass: 19:30, Beginn: 20:00

www.der-dritte-ort.org

Leben, Sinn, Tod und Sterben – ein Küchengespräch mit Matthias Gockel

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mit am Tisch: Julio und Steffi

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am 31. Oktober (Dienstag) von 20:00 bis 22:30 Uhr

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Sterbende Frau
Was ist wichtig im Leben? Habe ich ein gutes Leben gelebt? Was hätte ich anders machen können, wovon habe ich geträumt, wovor habe ich Angst? Was gibt dem Leben Sinn? Gibt es Gott? Hasst Gott mich? Das sind Fragen, mit denen unser Freund, der Arzt Matthias Gockel oft konfrontiert wird. Denn Matthias hat als Palliativarzt viele Tausend Menschen beim Sterben begleitet. Die Palliativmedizin unterstützt unheilbar Kranke dabei, ihre letzten Tage mit einer möglichst hohen Lebensqualität, schmerzfrei und selbstbestimmt zu erleben.

Passend zum Datum laden wir in der Halloween-Nacht zu einem Gespräch mit ihm über Leben, Sinn, Tod und Sterben ein: „Die Patienten, die hier sind, wissen meist, dass sie nur noch eine sehr kurze Zeit haben, deshalb findet hier wenig Smalltalk statt, Gespräche werden extrem intensiv. Wofür ich im Privaten vielleicht Wochen, Monate bräuchte, nämlich Menschen kennen zulernen, das kann hier manchmal schon an einem halben oder einem ganzen Tag laufen. (…) Überraschenderweise sterben jüngere Patienten mit Anfang, Mitte zwanzig oft gelassener. Vielleicht schmerzt es weniger, wenn das Schicksal verhindert, Träume zu verwirklichen, als festzustellen, dass man das durch eigene Entscheidungen selber getan hat.“

Wie kommt man zu diesem Beruf? Sterben manche leichter als andere? Warum? Was sagen die Sterbenden, welchen Rat geben sie den noch Lebenden? Wie geht man um mit dem deutschen Gesundheitssystem, der modernen Pharmaindistrie, der Gesetzgebung zu Suzid und Tod? Solche Fragen werden wir Matthiais stellen, aber auch für Eure eigenen Fragen wird Platz sein.

Matthias Gockel baute vor 17 Jahren eine der ersten deutschen Palliativstationen im Klinikum Großhadern (München) mit auf. 2009 folgte dann als leitender Arzt der Aufbau einer Station im Helios-Klinikum Berlin-Buch. Nicht zuletzt ist er wegen seiner Menschlichkeit im Umgang mit dem Thema bekannt. Unter anderem interviewte ihn das ZDF, das Deutschlandradio, SWR 2 Radio, die ZEIT, die WELT, brand1 und Chrismon zu seiner Arbeit. Der von ihm in einem Interview gegenüber der Tageszeitung taz geäußerte Satz „In guten Kliniken wird geweint“ wurde in Büchern, Streitgesprächen und Interviews anderer Experten aufgegriffen. Das Interview mit der Zeitschrift chrismon kann man z.B. hier nachlesen:
https://chrismon.evangelisch.de/artikel/2015/31555/assistierter-suizid-der-tod-zum-einnehmen-renate-kuenast-und-matthias-gockel-ueber-assistierten

In unseren Küchengesprächen interviewen wir inspirierende Menschen, deren ungewöhnlicher Lebensweg, Ansichten oder Engagement wir als bereichernd für die Gesellschaft, die Kultur und ein gutes und gelingendes Leben betrachten.

Einlass: 19:30 Uhr

www.der-dritte-ort.org